Was machen Sie, wenn Sie Pause machen?
Die richtige Antwort wäre: „Nichts!“
Pausemachen bedeutet, etwas zu unterbrechen und dazwischen nichts zu tun. Aber was ist dieses Nichtstun?
Ins Grüne schauen? In den Himmel? Atmen, einfach nur atmen? Sitzen? Liegen? Oder einen Kaffee trinken? Oder einen Snack essen, Nüsse sollen so gesund sein…
Ein Element der guten Pause ist, wenn sie eine Abwechslung darstellt. Wer körperlich arbeitet, sucht nach Stillstand. Wer ständig sitzt, braucht Bewegung. Eintönig Arbeitende erholen sich mit etwas Erfrischendem, etwa ein Pausengespräch mit einer Kollegin. Wer viel mit anderen redet, verhandelt, bespricht, dem tut es gut, ein paar Minuten ganz allein zu sein, um zu sich zu kommen.
Wer die Arbeit und das eigene Energiemanagement ernst nimmt, weiß, was wirklich eine Pause verschafft. Der Kraftaufwand bei körperlicher Arbeit hilft sehr, den Pausenbedarf zu regulieren. Leistungsgrenzen sind deutlicher spürbar. Aber bei sozialen, kreativen und geistigen Arbeiten fällt es schwer, das passende Pausenmaß zu finden. Die Gedanken laufen weiter nach einem Gespräch, selbst wenn ich mir einen Kaffee mache. Und manche Arbeiten will man gar nicht unterbrechen, wenn’s gerade gut läuft. Die Folge ist, dass wir zu spät Pause machen. Wir hören erst auf, wenn der Kopf schon weh tut, wenn die Konzentration nachlässt, wenn Fehler passieren.
Die Pausengestaltung verdient Beachtung, denn sie ist wie Schmieröl fürs Getriebe. Sie ist die Pflege unserer Kräfte. Deshalb lohnt es sich nachzudenken:
- Wie mache ich Pause?
- Was tu ich in der Pause?
- Womit erhole ich mich am besten? Am schnellsten?
- Wo im Tagesverlauf und wie lange mache ich Pause?
Eine Pausenkultur zeigt sich an guten Gewohnheiten! Wer keine Pause macht, weil der Kaffee und die Snacks ohnedies immer am Schreibtisch stehen, hat die Wirkung von Pausen missverstanden. Es geht nicht um Kaffee, nicht ums Kauen. Es geht um den Abstand. Es geht um eine Unterbrechung, die uns danach frisch wieder den Faden aufnehmen lässt.
Es lohnt sich, arbeitsmedizinische Empfehlungen zu beachten!
(vgl. dazu: https://www.gesundearbeit.at/arbeitsgestaltung/arbeitszeit/pausen)
- Alle 1 ½ bis 2 Stunden braucht der Körper eine Pause – entweder Ruhe für physische Arbeit oder Bewegungspausen für mentale Arbeit
- Bei Bildschirmarbeiten von mehr als 2h gilt: nach 50 Minuten 10 Minuten Pause! Pause bedeutet: weg vom Bildschirm!
- Es hilft, sich kleine Rituale anzugewöhnen, die einen guten Pauseneffekt haben: beispielsweise für Frischluft sorgen, Atemübungen, Pausengymnastik, Raumwechsel usw.
- Besser öfter kleine Pausen machen als zu lange pausenlos zu arbeiten! Planen Sie Pausen vorher ein!
Und es lohnt sich zu experimentieren!
Etwa mit dieser kleinen, sehr einfachen und überaus wirkungsvollen Übung:
- Sitzen Sie ruhig, aufrecht, bequem und nehmen Sie eine Stoppuhr zur Hand. Drücken Sie auf „Start“.
- Machen Sie die Augen zu. Und nun schätzen Sie, wie lange 1 Minute dauert. Tun Sie sonst nichts. Eine Minute lang! Wenn Sie meinen, die Minute sei vorbei, öffnen Sie die Augen und stoppen Sie die Stoppuhr.
Konnten Sie die Dauer gut erspüren? Es braucht gar nicht viel Zeit und bringt doch so viel: die Kunst der passenden Pause!